Mai 10, 2013

Flatrates mit gedrosselter Geschwindigkeit


Was im Mobilfunk schon lange üblich ist, hat die Telekom vor kurzem auch fürs internet über Festnetz angekündigt: Ab einem bestimmten verbrauchten Datenvolumen wird die Bandbreite der DSL-Verbindung reduziert.
Kategorie: Neuigkeiten
Erstellt von: Kai

Seit dem 2. Mai 2013 ist in allen DSL-Neuverträgen der Telekom eine Klausel enthalten, die es der Telekom gestattet, ab einem definierten Volumenverbrauch die Geschwindigkeit des DSL-Anschlusses zu senken. Hierbei ist die Rede von einer Drosselung auf 384 KBit/s, egal welche Bandbreite sonst geschaltet ist. Bei den Standardverträgen bis DSL 16000 soll das bei einem Verbrauch von 75 GB erfolgen, bei schnelleren Anschlüssen erst später. Das für Telekom-Dienste wie DSL-Telefonie und IP-TV benötigte Volumen wird selbstverständlich nicht mitgerechnet.

Die Telekom begründet diesen Schritt mit dem Verursacherprinzip. Datenvolumen kostet Geld, dass derzeit pauschal von allen Kunden bezahlt wird, aber die überwiegende Mehrheit finanziert dabei den Verbrauch relativ weniger mit, die ihre Flatrate exzessiv nutzen. In Zukunft sollen die mehr bezahlen, die mehr verbrauchen, denn auch für Vielnutzer soll es entsprechend teurere Tarife geben. Vor 2016 soll nach aktuellem Stand frühestens mit der technischen Umsetzung begonnen werden.

Natürlich löste diese Ankündigung eine Welle der Empörung aus, vor allem bei denen, die davon betroffen sein werden, aber genau das sind die Verursacher dieser Maßnahme. Hier wird argumentiert, dass es normal ist, ein Abo für die Spielekonsole zu haben, mit dem drei Spiele zu 25 GB monatlich heruntergeladen werden, nebenher die neuesten Staffeln der Lieblingsserien in HD und die drei Kinder haben ja auch jeder einen PC, mit dem selbstverständlich online gespielt wird und die sozialen Netzwerke bedient werden. Aber auch Kunden andere Anbieter wettern lautstark und reden von einer Beschränkung der Netzneutralität und der Absicht der Telekom, mit Diensten anderer eigene Umsätze generieren zu wollen.

Die Mitbewerber der Telekom halten sich weitestgehend bedeckt, wenn sie auch leichte Skepsis in ihren Pressemitteilungen ausstrahlen. Zunächst sei hier nichts in dieser Richtung vorgesehen, allerdings wird das Modell wohl von den meisten übernommen werden, wenn es Erfolg hat.

Ich persönlich halte es für legitim, für mehr auch mehr bezahlen zu müssen. Noch vor nicht allzuvielen Jahren waren echte Flatrates noch lange nicht die Regel und der Internetzugang wurde nach Zeit oder Volumen abgerechnet. Wer viel verbraucht, bezahlt auch viel. Und so lange ich auch darüber nachdenke, mir fällt nichts ein, bei dem ich für einen immer geringer werdenden Preis grenzenlos viel dafür bekomme und das auch noch als Anspruch erhebe. Datenvolumen verursacht Kosten für den Anbieter, also wird er sie an seine Kunden weiterberechnen. Schließlich lebt niemand vom Drauflegen.

 


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